Der Paravent der Perani: Eine kleine Veranda in Bergamo und ihr großes Comeback als „Urban Cabin“

 

6. April 2020 | ÖZLEM ÖZDEMIR

Francesca Perani Enterprise baut aus einer zum Lagerraum verkommenen Veranda einen Rückzugsort mit Wohnraum, Küche und Dusche – alles versteckt hinter einer geheimnisvollen Fassade.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

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rüher standen hier nur ein Tischkicker, ein paar Fahrräder, ein Schubkarren, ein paar Kissen und sonstiges, was zum Ambiente eines Abstellraums gehört. So sah das Vorleben von Urban Cabin aus. Aber das italienisch-persische Ehepaar, dem die ehemalige offene Veranda gehört, ging gegen den verkommenen Zustand an und sorgte für wohnliche Zustände.

Die moderne großzügige Villa inmitten der Stadt Albino im Valle Seriana, zu dem das kleine niedrige Bauwerk gehört, hatte Armen Manoukian gebaut. Das war 1968. Vierzig Jahre später durfte Francesca Perani die Villa erneuern. Ein Auftrag, der ihr persönlich viel bedeutet haben muss: In einem Interview1 gab sie bekannt, dass sie in einem von ihm entworfenen Haus aufgewachsen war – Manoukian war es, der ihren Wunsch, Designerin zu werden beeinflusste. Und im letzten Jahr ging die Erneuerung der Villa weiter. Diesmal widmete sie sich der dazugehörigen ehemaligen Veranda. Das Ergebnis: eine Mikrowohnung.

Die Rahmenbedingungen sind knapp bemessen. Der eingeschossige Baukörper mit leicht geneigtem Dach umfasst nur 25 qm. Auch das Grundstück beträgt lediglich 60 qm. Wie ein zusätzlicher Flügel gliedert er sich der winkelförmigen Villa an. Dadurch entsteht eine Art von Innenhof oder Garten. Auffällig ist hier eine Treppe (nach dem Entwurf von Perani in 2008) mit wuchtigen Betongeländern und einem Podest. Sie führt hinauf zu einem Balkon der Villa. Und das ist der Ausblick, den man bisher zwischen den vier Ziegelpfeilern der offenen Veranda hatte. Wie die Architektin auf dieses aufdringliche Gegenüber reagiert ist bemerkenswert, aber dazu später mehr.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise
Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Image by Francesca Perani

 

Es ist immer wieder interessant zu beobachten, dass Bauherren oftmals von einem Abriss und damit einer Tabula Rasa, einer völligen Gestaltungsfreiheit absehen und es vorziehen, das Vorhandene zu erhalten und aufzuwerten. Auch in diesem Fall wurden die Grenzen des Gebäudes bewahrt: die zwei parallelen Längswände, die nur ein paar Meter auseinanderstehen. Wobei bei der Längsseite, die dem Gartenhof zugewandt ist, nicht einmal von einer richtigen Wand die Rede sein kann. Und genau dies war die erste Maßnahme der Architektin: Die Pfeiler verschwinden und stattdessen entsteht eine massive Mauer, die von mehreren rechteckigen Fenstern bzw. Glastüren durchbrochen ist.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Ein kleiner Ausreißer in der Wandgestaltung ist der dreieckige Schlitz. Der Grund versteckt sich dahinter, denn in diesem Bereich des Innenraums befindet sich eine kurze Küchenzeile. Oberhalb des aufgehängten Schränkchens schneidet die Architektin in die Wand ein, um auch dieser engen Zone etwas mehr Licht zu gönnen. Und damit nicht genug: Die Form des kleinen Schranks folgt der Schräge der Maueröffnung. Man merkt schnell: Hier ist alles maßgeschneidert, ein Objekt fügt sich dem anderen.

Aber selbst beim Ausklügeln lässt Francesca Perani ihrer Spielfreude freien Lauf – so weit es geht. Übrigens arbeitet ihr Büro mit gebauten Arbeitsmodellen. Auf unkomplizierte Weise ermöglichen diese, mehr zu sehen und mehr zu entdecken und, man darf sagen, mehr Spaß zu haben.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani
Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Die Eingrenzung durch den Bestand fordern ihre Lust am Experimentieren heraus. Und der Instrumente hat sie viele. Grafik, Illustration, Fotografie sind nur einige Facetten, die sie als Architektin stets begleitet haben. Hinzu kamen 2017 zwei Projekte, die ihr besonders am Herzen liegen: Cutoutmix2, eine Open-Source-Website mit Figuren für Entwurf-Renderings (die alte Klischees und abgedroschene Geschlechterstereotypen überwinden), und RebelArchitette³, eine Aktion, die für die Anerkennung der Rolle von Architektinnen steht.

Es lohnt sich, diese beiden Projekte nicht nur inhaltlich, sondern auch formal zu studieren. Ganz zu schweigen von ihrer eigenen Homepage, die sie mit folgenden Worten tituliert: bold spaces intrepid colors loud visuals. Vieles von der vitalen Ausstrahlung dieser Webseiten findet sich auch in Urban Cabin wieder, in ihren schräg zugeschnittenen Objekten und Räumen, kraftvollen Farbakzenten und bedachten Materialkombinationen, ihrem erfrischenden Mustermix und liebevollen und überraschenden Einzelheiten und man spürt: Hier weht der Wind der Francesca Perani.

Und näher betrachtet sieht dieser Peranische Geist in Urban Cabin folgendermaßen aus. Abgesehen von dem monochromen Badezimmer, dessen Indigo Blau an persische Kacheltraditionen erinnern soll, ist der 19 qm große Wohn- und Kochbereich rundum mit OSB-Platten ausgekleidet (Fußboden, Fensternischen, Sitzbank und Schränke eingeschlossen). Das Material ist hell und warm und besitzt die ihr eigene Splitter-Optik.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani
Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani
Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Eine pfiffige und einfallsreiche Variation dieses organischen Musters probiert die Architektin an der Arbeitsfläche der Mini-Küche aus. Hier scheint die OSB-Struktur in eine Art von Foto-Negativ überzuspringen. So verwandt wirkt die schwarz-weiße, leicht marmorhaft angehauchte Fläche mit der wirren Holztextur, die sie umgibt: Widerspiegelung und Kontrast zugleich.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani
Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Bei diesem Stichwort sei ein Abstecher auf ein anderes Detail erlaubt und damit auch ein Sprung von innen nach außen. Perani arbeitet gerne, das ist schon deutlich geworden, mit Mustern und Strukturen. Ein weiteres Beispiel hierfür liefert das perforierte und weiß beschichtete Blech. Im Innenraum hat es nur einen bescheidenen Auftritt am Ende der Sitz-und Liegebank, wo sie auch dezent den Eingangsbereich (eine Raumnische mit Schrank) markiert. Dieses metallene Material bildet einerseits einen Kontrast zum warmen Holz. Andererseits wiederholt es die punktuelle Struktur der Betonelemente – etwa die der besagten Außentreppe. Und sie dokumentiert dies mit Hilfe ihrer Fotografie, nimmt die „Treffpunkte“ dieser Architekturelementen auf. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Tür aus weißem Lochblech mit blauen Griffen, die an eine von Punkten geprägte Betonwand anstößt. Das eine scheint das andere zu reflektieren. Mehr noch: Beides scheint schon immer zusammen gehört zu haben.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Und mit dieser Eingangstür nähern wir uns der Fassade. Die Außenfläche der Wand erhält einen erdigen Rotton. Zu ihren Füßen ist der Boden mit Rindenmulch bedeckt. Auch an diesem Punkt kommunizieren die Gestaltungselemente miteinander, in diesem Fall über die Farbe der Wand, die auf den unmittelbar angrenzenden Bodenbelag übergeht – oder umgekehrt.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani
Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Dem Material der Rinde wird aber im wahrsten Sinne des Wortes eine Schranke auferlegt. Und hier kommt die zweite Fassadenebene von Urban Cabin ins Spiel: eine Schicht von Lochblech, die sich gleichsam wie ein Paravent schützend vor das Refugium errichtet. Hierdurch wird sozusagen die visuelle Bedrängnis, die von der bereits erwähnten Treppe im Gartenbereich ausgeht, abgepuffert. Dicht dran, aber nicht parallel (also ähnlich der diagonalen Schnitte im Innenraum) ist der Paravent dem Gebäude vorgelagert und macht Platz für einen Schleichweg.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Der Paravent der Perani ist ein gefaltetes Gebilde, am oberen Rand mit abgerundeten Spitzen, die an Zinnen erinnern. Bei Nacht, von innen erleuchtet, verwandelt es sich in einen Hauch von Spitze, in einen Leporello aus Transparentpapier, in ein Negligé aus feinstem Stoff.

Eine Assoziation von anderer aber nicht abwegiger Art: Itsuko Hasegawa. Die japanische Architektin, die spätestens seit den 80 iger Jahren imponierte, nicht allein, weil sie ohne männlichen Partner ein erfolgreiches Architekturbüro leitet (ganz nach der Gesinnung ihrer italienischen Kollegin), sondern weil sie auf eine unverwechselbare Weise den Einsatz von Lochblech meisterte und ihre Räume mit etwas versorgte, was die Japanerin treffend bezeichnete mit „showers of light“. Und auch das gehört zu Urban Cabin dazu: Denn das vielfältige Repertoire von Materialien und ihren unterschiedlichen Strukturen sind es, die die Regungen und das Flimmern von Licht und Schatten ergänzen.

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Schließlich noch ein Hinweis auf den Werdegang der italienischen Architektin, in dem sich mehrere internationale Stationen finden: Am auffälligsten ist hierin vielleicht ihre Mitarbeit bei Russell Hall im australischen Brisbane. Hall (der in Europa leider weitgehend unbekannt ist) beendete erst 2018 ein Gebäude, dass in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben sollte: Carpenter Hall House4. Und an dieser Stelle sei am Rande ein Kuriosum erlaubt: Ohne weiter auf diesen zeitlos phantasievollen Turmbau einzugehen, seien doch zumindest die diagonalen Sonnenschirme erwähnt. Ob unbewusst, ob Zufall: So wie sie mit der Verwendung von gelochtem Material ihre eigene Betontgestaltung von 2008 zitiert (sozusagen über die vergangene Zeit hinweg) so ähnlich scheint es mit Russell Hall einen Ideentransfer zu geben (diesmal über die Kontinente hinweg). Dieser architektonische Sonnenschutz von Hall erfährt in Peranis gezacktem Fassadenschirm gleichsam eine gezähmte Version.

Urban Cabin ist ein kompakter und kraftvoller Entwurf, gespickt mit Referenzen. Die Gestik dieser Architektur lautet: Hier ist es geschützt und privat, gar intim; hier ist ein introspektiver Ort. Und Francesca Perani zeigt: Zurückgezogen zu sein muss nicht in einer kargen Klause enden, sie kann dazu einladen, mit der Enge zu spielen.

 

 

¹ https://www.dols.it/2019/04/02/francesca-perani/; letzter Zugriff 6.4.2020
2 ehttp://www.cutoutmix.com/; letzter Zugriff 6.4.2020
3 http://www.rebelarchitette.it/; letzter Zugriff 6.4.2020
4 https://architectureau.com/articles/carpenter-hall-house/#; letzter Zugriff 6.4.2020

 

Kommentar

Courtesy of Francesca Perani Enterprise / Photo © Francesca Perani

 

Zur Website von FRANCESCA PERANI ENTERPRISE

 

The paravent of Perani: A small veranda in Bergamo and its great comeback as Urban Cabin

Francesca Perani Enterprise turns a veranda that has become a storage room into a retreat with a living room, kitchen, and shower – all hidden behind a mysterious façade. 

 

In former times, there was only a table football, a few bicycles, a wheelbarrow, a few cushions and other things belonging to the ambiance of a storage room. This was the past life of Urban Cabin. But the Italian-Persian couple, who are the owners of the once open veranda, took action against the degenerate condition and made sure everything became comfortable.

Armen Manoukian was the architect of this modern, spacious villa in the middle of the town of Albino in the Valle Seriana, to which the small low building belongs. That was in 1968, and forty years later, Francesca Perani was allowed to renovate the villa. A commission that must have meant a lot to her personally: In an interview1, she announced that she grew up in one of his houses – it was Manoukian who influenced her desire to become a designer. And last year, the renovation of the villa went on. This time, it focused on the former adjoining porch. The result of all this is a micro-apartment.

The framework conditions are limited. The single-storey building with a slightly sloped roof covers only 25 square metres.  Also, the property is only 60 sqm. Like an additional wing, it links up with the angular villa. This creates a kind of courtyard or garden. What is striking here is a staircase (after the design by Perani in 2008) with massive concrete railings and a platform. It leads up to a balcony of the villa. And this is the prospect that one used to have when standing between the four brick pillars of the open veranda. How the architect reacts to this obtrusive counterpart is remarkable, but more on this later.

It is always interesting to witness that clients often refrain from demolition, and thus from a tabula rasa, from complete freedom of design, and prefer to maintain and enhance what already exists. In this case, too, Perani conserved the boundaries of the building: the two parallel longitudinal walls, which are only a few meters apart. Yet the long side facing the garden courtyard cannot even be called a proper mural. And precisely this was the architect’s first measure: The pillars disappear. Instead, a massive wall emerges, which she has broken through with several rectangular windows or glass doors.

A small anomaly in the wall design is the triangular slit. The reason lies behind it. Because in this area of the interior there is a tiny kitchenette. Above the suspended cabinet, the architect cuts into the wall for allowing a little more light in this restricted zone. And as if that were not enough, the shape of the small cupboard follows the slant of the wall opening. You quickly notice how everything here is tailor-made: One object fits into another.

But even when it comes to elaboration, Francesca Perani gives free rein to her joy of playing – as far as she can. By the way, the Perani office works with handmade working models. In an uncomplicated way, they allow you to see more, discover more, and one might say have more fun.

The limitations of the existing buildings challenge her desire to experiment. And as for instruments, she has many. Graphics, illustration, and photography are just a few of the facets that have always accompanied her as an architect. Additionally, two projects that are particularly dear to her heart came up in 2017: Cutoutmix2, an open-source website with figures for design renderings (that overcome old clichés and hackneyed gender stereotypes), and RebelArchitette3, an initiative that stands for the recognition of the role of women architects.

It is worth studying these two projects not only in terms of content but also formally. Not to mention her homepage, which she titles as follows: bold spaces intrepid colors loud visuals. Much of the vigorous charm of these websites can also be detected in Urban Cabin, in her diagonally cut objects and spaces, strong color accents and carefully weighed combinations of materials, her refreshing mix of patterns and thoughtful and surprising details, and you can sense: Here the wind of Francesca Perani is blowing.

And on closer inspection, this Peranian spirit in Urban Cabin looks like this: Apart from the monochrome bathroom, whose indigo blue is supposed to recall Persian tile traditions, the 19 sqm living and cooking area are lined all around with OSB panels (including floor, window niches, bench, and cupboards). The material is light and warm and has its very own splinter look.

The architect is trying out a clever and imaginative variation of this organic pattern on the work surface of the mini kitchen. Here, the OSB fabric appears to shift into a kind of photo negative. Such a close affinity exists between the black and white, slightly marbled surface and the jumbled wood texture that surrounds it: It is both reflection and contrast.

With this keyword, a detour to another detail should be allowed and thus also a leap from the inside to the outside. Perani likes to work, as has already become apparent, with patterns and fabrics. Another example of this comes in the form of perforated and white-coated sheet metal. In the interior, it has only a rather unassuming appearance at the end of the built-in bench, where it also discreetly marks the entrance area (a niche with a cupboard). On the one hand, this metallic material forms a contrast to the warm wood. On the other hand, it repeats the punctual structure of the concrete elements – such as that of the external staircase mentioned above. And she documents this with the help of her photography, capturing the „meeting points“ of these architectural elements. A good example of this is the door made of white perforated sheet metal with blue handles abutting a concrete wall embossed with dots. One seems to reflect the other. What’s more, both seem to have belonged together all along.

And with this entrance door, we approach the façade. The outer surface of the wall receives an earthy red tone. At its feet, the soil has a bark mulch covering. Again, the design elements communicate with each other, in this case via the colour of the wall merging with the immediately adjacent ground – or vice versa.

However, the bark material is literally subject to a barrier. And this is where the second facade level of Urban Cabin comes into play: a layer of perforated sheeting that, as it were, acts as a screen to protect the refuge. This buffers, so to speak, the visual affliction emanating from the aforementioned staircase in the garden area. Close to it, but not parallel (i.e. similar to the diagonal cuts in the interior), the screen is positioned in front of the building, making room for a secret path.

The paravent of Perani is a folded structure, with rounded tips at the top, suggestive of battlements. At night, illuminated from the inside, it transforms into a touch of lace, into a Leporello of transparent paper, into a negligee of the finest fabric.

An association of a different but certainly not far-fetched kind: Itsuko Hasegawa. The Japanese architect, who has been making her mark since the 1980s at the latest, not only because she runs a successful architectural practice without a male partner, quite in line with the attitude of her Italian colleague, but also because she has mastered the use of perforated sheeting in a very distinctive way  and provided her rooms with what the Japanese aptly described as “showers of light”. And that too is part of Urban Cabin: For it is the diverse repertoire of materials and their different textures that complement the movements and flickering of light and shadow.

Finally a note on Perani’s career, which includes several international stations: Perhaps most striking here is her collaboration with Russell Hall in Brisbane, Australia. Hall (who is unfortunately largely unknown in Europe) only completed a building in 2018 that should not remain unmentioned in this context: Carpenter Hall House4. And at this point, a curiosity should be allowed in passing: Without going into further detail about this timelessly imaginative tower construction, at least the diagonal parasols are worth mentioning. Whether unconsciously, whether by chance: Just as she quotes her own concrete design from 2008 with the use of perforated material (so to speak over the course of time), there seems to be a similar transfer of ideas with Russell Hall (this time over the continents). This architectural sun protection by Hall is given a tamed version in Perani’s jagged façade screen.

Urban Cabin is a compact and powerful design, peppered with references. The gesture of this architecture is: Here it is protected and private, even intimate; here is an introspective place. And Francesca Perani shows us: Seclusion doesn’t have to end in a barren hermitage. It can invite you to play with confinement.

 

TRANSLATION BY ÖZLEM ÖZDEMIR

 

 

1 https://www.dols.it/2019/04/02/francesca-perani/; last access date 6.4.2020

2 http://www.cutoutmix.com/ ;last access date 6.4.2020

3 http://www.rebelarchitette.it/; last access date 6.4.2020

4 https://architectureau.com/articles/carpenter-hall-house/#; last access date 6.4.2020