Robin Rhode: Memory Is The Weapon, 28.9.2019-9.2.2020, Kunstmuseum Wolfsburg

8. Oktober 2019 | ÖZLEM ÖZDEMIR

Robin Rhode ist ein in Berlin lebender südafrikanischer Künstler, der in den Bereichen Fotografie, Animation, Zeichnung und Performance arbeitet. Die neueste Ausstellung in Wolfsburg zeigt sein Werk im Überblick und seine Auseinandersetzung mit Palästina.

Robin Rhode, PARADISE (2016), 8 individual C -prints, each: 56 cm x 70 cm / 58,6 cm x 72,6 cm (framed)
© Courtesy: The Artist

 

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er Titel der Ausstellung „Memory Is The Weapon“ geht zurück auf die gleichnamige Autobiographie von Don Mattera, einem Dichter und Anti-Apartheid-Aktivisten. Nachdenklich und kraftvoll klingen diese Worte und scheint zu dem Künstler zu passen, der ihn für die neueste Auswahl seiner Arbeiten ausgesucht hat. Zwölf Jahre nach seiner ersten und bisher einzigen musealen Soloausstellung in Deutschland zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg einen umfassenden Überblick über Robin Rhodes Werk von 2000 bis 2019.

In Rhodes sowohl poetischen als auch provozierenden Arbeiten weht der Wind von Hip-Hop und Graffitti. Sie entstehen auf Wänden und Straßen und sind prozesshaft und temporär. Manche Kritiker, die seine Wurzeln in der Geschichte der Fotografie und der Gegenwartskunst suchen, sehen Bezüge wie etwa zu Etienne-Jules Marey, Eadweard Muybridge, Künstlern der Arte Povera und Minimal Art wie die von Sol LeWitt und nicht zuletzt zu seinem Landsmann William Kentridge.

Robin Rhode, ZIG ZAG (2011), Digitale Animation, 2:20 Min. © Courtesy: The Artist
Robin Rhode, ZIG ZAG (2011), Digitale Animation, 2:20 Min. © Courtesy: The Artist

 

Die Objekte der von Uta Ruhkamp kuratierten Ausstellung werden auf einer Fläche von 800 qm gezeigt und bestehen aus 44 Werken wie digitale Animationen, Super-8-Filmen, C-Prints, Pigmentdrucken und Performances.

Robin Rhode, TWILIGHT (2012), 8 individual C – prints each: 41.59 cm x 61.59 cm (framed) © Courtesy: The Artist

 

Rhodes ist bekannt für seine künstlerischen Interaktionen mit Hauswänden in Johannesburg. Umso spezieller ist die Premiere, die die Besucher in Wolfsburg erwartet: Eine eigens für die Ausstellung gemachte Werkgruppe, die in Jericho entstanden ist. Eine neue Phase scheint in Rhodes Werk begonnen zu haben, in der neben politischen Themen nun auch spirituell-religiöse Reflexionen zum Ausdruck kommen.

Robin Rhode, UNDER THE SUN (2017), 36 individual C – prints each: 50 cm x 50 cm / 52,6 cm x 52,6 cm (framed) © Courtesy: The Artist

 

Schon seit etwa 2015 unternimmt Rhodes Reisen nach Israel und Palästina. Er war beeindruckt von den Parallelen der heutigen Behandlung der Palästinenser mit der Spaltungsgeschichte Südafrikas. Die Ergebnisse dieser Inspiration zeigte bereits die Ausstellung „Under the Sun“ (2017-2018, Tel Aviv Museum of Art). „Memory Is The Weapon“ klingt finsterer – umso erhellender sollte die Wirkung sein.

Kommentar

Robin Rhode, MELANCHOLIA (2019), 4 C – Prints each: 54,6 x 72,6 cm © Courtesy: The Artist

 

Zur Website von „Memory Is The Weapon“ im Kunstmuseum Wolfsburg

 

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