One Thousand Museum von Zaha Hadid überrascht mit grazilem Exoskelett

 

20. August 2020 | ÖZLEM ÖZDEMIR

Für Hadidsche Verhältnisse ist es in sich ruhend: Das One Thousand Museum. Der Wohnturm mit Luxuswohnungen steht am Meer von Miami und ist eines ihrer letzten realisierten Projekte. Die symmetrische Exoskelett-Fassade verbindet Technik mit nahezu kalligrafischer Ästhetik. Wie nie zuvor in ihrer Arbeit, lässt Zaha Hadid Architektur und Konstruktion zu einer Einheit verschmelzen. Die Fertigstellung der Werkpremiere hat sie leider nicht mehr miterlebt.

One Thousand Museum Miami
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow

 

O

ne Thousand Museum steht in Miami, dort wo seine Erbauerin 2016 verstorben war, plötzlich und tragisch, wegen einer tödlich endenden Bronchitis. Zaha Hadid war eine irakisch-englische Architektin und Pulitzerpreisträgerin. Sie konnte nicht wissen, dass One Thousand Museum eines ihrer letzten realisierten Projekte sein würde. Was sie sicherlich wusste: Es würde eine Pionierarbeit sein, ein weiterer Fortschritt für ihr Gesamtwerk, noch ein Debüt nach jahrzehntelangem Schaffen.

Vorneweg ein Wort zum Projekttitel: „One Thousand“ geht zurück auf die Hausnummer – 1000 Biscayne Boulevard – und „Museum“ ist ein Wink auf den direkt gegenüberliegenden Museumspark der Stadt. Es handelt sich um einen 62-stöckigen Wohnturm. Seine Ostfassade steht genau parallel zur Küstenlinie und bietet freien Ausblick auf die Biscayne Bay und den Atlantischen Ozean. Das Hochhaus hat eine Höhe von etwas über 216 m, bietet Platz für 83 Wohnungen, darunter ein Penthouse. Die oberen Stockwerke bergen ein Aqua-Center, eine Lounge und Veranstaltungsräume. Über der Lobby und dem Anwohnerparkplatz befinden sich Landschaftsgärten, Terrassen und Pools. Im Juli 2020 erhielt das Luxusobjekt seine Nutzungbewilligung.

Versteht man Luxus vor allem als Ausdruck von fehlendem Verständnis für Standard oder Norm, so passt er perfekt zu Zaha Hadid. Sie bezeichnete sich selbst als von jeher exzentrisch1. An der AA School in London, wo sie in den 70er Jahren Architektur studiert hatte, kam ihr revolutionärer Geist zum Durchbruch. Einer ihrer Lehrer, Ilias Zenghelis, sagte über sie: „We called her the inventor of the 89 degrees. Nothing was ever at 90 degrees.”2 Kein Wunder also, dass sich später kaum jemand traute, ihre Projekte zu verwirklichen. Aber auf dem Campus des Vitra Design Museums in Deutschland hatte Zaha Hadid 1993 endlich ihren großen Auftritt. Ihr spitzig-schräges, ausladendes Feuerwehrhaus galt als Sensation. Aber das Areal in Weil am Rhein war auch groß genug. Es war ein idealer Hintergrund für eine Etüde, eine Kür. Das Hochhause-Ensemble in Miami hingegen bekommt keinen „Spielplatz“ geboten und der Star aus London hat keine Bühne.

Zaha Hadid Wohnturm
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow

 

Stattdessen zeigt sich One Thousand Museum in einer Gruppe. Es gehört zu insgesamt fünf Hochhäusern, die an den Ufern von Florida stehen: Schulter an Schulter. Einziger Sonderstatus: Zaha Hadid’s Bau steht quasi im Mittelpunkt. Andererseits stehen Exzentriker naturgemäß lieber außerhalb der Mitte. Ein weiteres Kuriosum: Zaha Hadid steht scheinbar still. Der Baukörper tanzt nicht aus der Reihe. Er windet sich nicht einmal, so wie die Architektin es 2006 noch getan hatte beim Entwurf für Signature Tower. Und dabei wäre es One Thousand Museum nicht übel zu nehmen: Die Nachbarbauten stehen so dicht dran, als würde es sich hier um eine Reihenhaussiedlung handeln. Kein Zweifel, die typisch hadidsche Expressivität muss hier einen anderen Weg finden, einen mit weniger Dimensionen. Folgerichtig kanalisiert sich alles in der Hülle: Der Drang nach Plastizität, die Forderung danach, in den Raum auszugreifen, muss sich auf die Außenschicht beschränken.

Diese Fassade ist aber keineswegs nur eine „oberflächliche“ Angelegenheit. Denn die verzweigte Außenstruktur bekommt bei diesem Entwurf eine tragende Rolle. Und das tut sie, wie sich noch zeigen wird, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch zunächst zu ihrer Ästhetik, d. h. ihrer Formung, Aufteilung und ihren Proportionen. Beginnen wir mit dem zentralen Knotenpunkt in der 34. Ebene. Dieser ist quasi der Bauchnabel des gesamten Baukörpers, wenn nicht der gesamten Bebauungsreihe. Links und rechts von ihm spreizen sich zwei schmetterlingsartige Fächer ab und setzen damit den symmetrischen Grundton des Entwurfs. Darüberliegend läuft die Gestaltung in eine einzige Fläche aus, die nicht weiter unterteilt ist. (Wir werden nicht weiter auf die horizontalen Linien der Stockwerke eingehen. Sie variieren in ihrer Dichte, denn die Raumhöhen sind nicht überall gleich. Die teils glatt durchgehenden, teils geknickten Fensterbänder lassen die zweigartige Betonstruktur atmen und sich abheben.) Nur noch in ihren Eckbereichen bekommt der obere Fassadenbereich eine Betonung mithilfe von Aufsplittungen, die an Pinzetten erinnern oder ein wenig auch an Stimmgabeln. In der unteren Hälfte sind die Ecken wiederum wie aufgebläht und geben dadurch Raum für großzügige Terrassen. Zurück zur zentralen Kreuzungsstelle: Dieser Punkt ist so platziert, dass er knapp über dem Mittelpunkt der Gebäudehöhe liegt. Dies ist bemerkenswert, denn der optische Eindruck ist eher so, dass diese Stelle gen Boden zu tendieren scheint. Das gibt der Architektur etwas verblüffend Gesetztes. In den alleruntersten Ebenen erfährt die Fassade sogar eine Art von Stauchung. Die „Sehnen“ werden hier gedrückt. Die so entstehenden zwei Öffnungen werden mit sanft gekrümmten Lamellen gefüllt und wecken den Eindruck von Kiemenpaaren, Krallen, Riesenwurzeln. In diesem Bau wimmelt es von Assoziationen, besonders von organischen. Nicht zuletzt könnte man an eine Kletterpflanze denken, die gen Himmel strebt. Die Palmen vor der Haustür, mit ihren hängenden Wedeln, sprechen eine ähnliche Sprache wie die gebogenen Fassadenelemente.

One Thousand Museum mit Palmen
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow
Zaha Hadid One Thousand Museum Fassadenausschnitt
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow
One Thousand Museum Sockelbereich
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow

 

Es wäre interessant Hadids Wohnbau neben Antoni Gaudís Casa Batlló zu stellen und beide miteinander  zu vergleichen. Gaudí, ein großer Naturbeobachter, experimentierte an gebauten Modellen und ließ seine Erkenntnisse in seine oftmals amorphen Werke einfließen. Zum eigentlichen Wegweiser für Zaha Hadid kommen wir noch. Doch was die technischen Auslotungen betrifft, ging sie in ihrer Haltung ähnlich dem katalanischen Architekten vor – zumindest bei diesem Projekt. Denn die gestalterischen Entscheidungen  – wo genau etwa die Verzweigungen stattfinden, wie schmal oder wie breit sie ausgeprägt sein müssen, wie sie geformt werden können – all das geht zurück auf statische Erfordernisse.

Kurzum: Zaha Hadid wollte, dass diese Fassadenelemente mehr sind als nur Dekor. Vorschläge von Bauunternehmern, die geschwungenen Betonelemente auf konventionelle Weise herzustellen, lehnte sie ab. Stattdessen fiel die Wahl auf ein Exoskelett. Bei diesem Konstruktionsprinzip liegen die tragenden Stützen außerhalb der Gebäudestruktur. Auf diese Weise maximiert sich die Nutzfläche innerhalb des Gebäudes. Das Exoskelett nimmt sowohl Gravitations- als auch Seitenlasten auf (in diesem Fall inklusive die Windlast eines Hurrikans). Seine Position an der Außenseite des Gebäudes, seine Gestaltung mit Diagonalen und deren Schnittstellen sorgt zudem für ein hohes Maß an Gesamtsteifigkeit. Der Effekt für One Thousand Museum: Die Stützenreihen zwischen der Mitte der Grundrissplatte und den Außenwänden fallen nahezu weg. Außerdem reduziert sich die Dicke des zentralen Gebäudekerns.

Wohnturm in Miami von Zaha Hadid mit Geschoss-Isometrie
Courtesy of Zaha Hadid Architects
One Thousand Museum Zeichnung Ostfassade
One Thousand Museum – Ostfassade // Courtesy of Zaha Hadid Architects

 

Zum Baumaterial: Herkömmlicher Ortbeton erwies sich für das Exoskelett als zu teuer. Zaha Hadid, die das skulpturale Potenzial von Beton liebt, griff zurück auf frühere Projekte. Das Phaeno Science Center in Wolfsburg war mit neuartigen Schalungsprinzipien entstanden (um seine geometrisch komplexen Bereiche zu bewältigen). Das Pierresvives Archiv in Montpellier bot Gelegenheit, Präzisionsfertigteile zu verfeinern. Und der Entwurf für den Businesspark Stone Towers in Kairo lehrte sie mehr über die permanente Schalungslösung und glasfaserverstärkten Beton (zu Englisch GFRC). Diese fortwährende Arbeit an innovativen Bautechniken gipfelte nun in der weltweit ersten permanenten GFRC-Schalung für das One Thousand Museum. GFRC  ist ein Betontyp, der extrem starke Glasfasern enthält. Im Vergleich zu Stahl- und Stahlfaserbewehrungen haben Glasfaserverstärkungen den Vorteil, dass sie nicht korrodieren. Daher fällt die Betonüberdeckung deutlich geringer aus, was zu schlankeren Bauteilen und niedrigerem Materialverbrauch führt. Für One Thousand Museum wurden etwa 4.800 GFRC-Stücke in Dubai hergestellt und dann nach Miami verschifft. Nach dem Zusammenbau der Schalungsabschnitte vor Ort wurden die Bewehrungsstäbe eingelegt. Anschließend erfolgte das Eingießen von selbstverdichtendem Beton in die Schalung und das Exoskelett war komplett. Das Besondere an dieser Methode: Da es sich um eine permanente Schalung handelt, werden ihre Elemente aus GFRC nicht entfernt, sondern sie werden zum Bestandteil der Gebäudestruktur.

Zwischenbilanz: Zaha Hadid sah das Thema der Materialien und der fortgeschrittenen Technologien (zu denen übrigens auch die digitalen Zeichen – und Darstellungstechniken gehören) stets als unverzichtbare Mittel für freie Formen. Fasziniert war sie aber auch an mathematischen Fragen. Und diese wiederum hingen für Sie eng mit ästhetischen Themen zusammen.

Noch vor ihrem Architekturstudium an der Londoner AA School hatte Zaha Hadid Mathematik in Beirut studiert. Dort machte sie eine einschlagende Entdeckung: „I realised there was a connection with the logic of maths to architecture and the abstraction of Arabic Calligraphy scripts”, sagt sie in einem ihrer letzten Interviews3 und erinnert an einen Künstler der Russischen Avantgarde, der sie zutiefst inspiriert hatte:  “I’m absolutely sure the Russians – Malevich, in particular – looked at those scripts. Studying his work allowed me to develop abstraction as a principle to explore and invent space.” Ihre Abschlussarbeit in London, Malevitch’s Tectonik von 1976/77, gleicht prompt einem Gemälde, das sich an einer Skulptur des Künstlers orientiert (Architekton Alpha, 1920)4. In diesem letzten Studienprojekt gibt es noch parallele und orthogonale Linien (so wie in der Quader-Komposition von Malewitsch). Doch mit der Zeit ließ Zaha Hadid die geometrischen Grundformen noch weiter aufbrechen. Und schließlich wurde aus dem Fragmentierten das Gleitende und Fließende. Die weichen kurvigen Schriftarten der arabischen Kalligrafie schwingen im Spätwerk von Zaha Hadid immer mehr mit. In Miami überschneidet sich diese kulturbasierte Ästhetik mit der Technik von heute.

One Thousand Museum ist Zaha Hadids erstes Hochhaus-Projekt in den USA. Und es ist eines der Letzten ihrer Projekte, die sie zu Lebzeiten begonnen hatte. Was steckt hier noch von den explosiven, expandierenden weltall-artigen Visionen, mit denen die Ausnahmearchitektin (Frau, Ausländerin, Muslimin) auf die Bühne der Stararchitekten geplatzt war? Die Frage ist berechtigt, denn für Zaha Hadid ist dieser Baukörper erstaunlich ruhig. Seine äußere Erscheinung ist relativ zurückhaltend, fast bescheiden – gleichwohl das in Anbetracht der Immobilienpreise höhnisch klingt. (Die Apartment-Preise beginnen ungefähr bei 5 Millionen USD; die höchsten übersteigen 20 Millionen.) Auch im Innern gab dieser Bauauftrag nicht viel Gelegenheit für räumliche Experimente oder ein plastisches Gesamtkonzept. Hier und da nur gibt es „Akzente“ wie beim Halbgewölbe des Aquazentrums. Sein Relief spiegelt gleichsam das Kräuseln von Wasser wieder.

Zaha Hadid Aquacenter in Miami
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow
Zaha Hadid Aquacenter in Miami mit Gewölbenrelief
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow
One Thousand Museum an der Küste von Miami
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow

 

Auch wenn das Projekt quasi den Nachnamen „Museum“ trägt: Man sucht vergebens nach überraschenden Raumabenteuern. One Thousand Museum reiht sich nicht ein in die Galerie von Zaha Hadids Architekturikonen, so wie die Feuerwache Vitra, die Skischanze Bergisel, das Museum MAXXI. Es ist vielmehr eine neue Station ihrer ständigen professionellen Bemühungen, Technik für skulpturale Belange zu verwerten. Sie erforschte hier die Möglichkeit, eine ausdrucksvolle Fassadengestalt zu realisieren, die nicht aufgesetzt ist, sondern aus statisch-konstruktiven Prinzipien erwächst.

Mit diesem Turmdesign, seiner skulpturalen und haltgebenden Hülle, seinem erstaunlich zarten Exoskelett, hat sie ein bedeutendes Ziel erreicht oder kommt ihm zumindest sehr nah: der Verschmelzung von Struktur und Architektur. Ihr Projekt zu Füßen des Atlantischen Ozeans ist eine Premiere zum ungewollten Schluss einer beachtlichen Laufbahn, ein weiterer Schritt in Richtung neuer Horizonte.

Nachdem eingangs die Bedeutung des Projektnamens entschlüsselt wurde, soll dieser Beitrag mit dem Namen von Zaha Hadid ausklingen. Der lateinische Anfangsbuchstabe Z passte zu ihr. Er hat Dynamik. Das deutsche Wort Zickzack hätte sie vielleicht amüsiert. Auch Zorro kommt einem in den Sinn. Aber anders als die Romanfigur war sie wohl keine Rächerin, zumindest nicht für die Armen. Sehr wohl war sie eine Vorreiterin und das im großen Stil. So wie Zorro seine Handschrift mit der Spitze seines Schwerts hinterließ, verkündete sie mit ihren zeichenhaften Bauten und, vor allem, mit One Thousand Museum: Ich war hier.

Zaha Hadid Wohnturm in Miami im Abendlicht
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo © Hufton+Crow

 

 

 

¹ https://www.theguardian.com/artanddesign/2003/feb/02/architecture.artsfeatures/; letzter Zugriff 18.8.2020

² https://en.wikipedia.org/wiki/Zaha_Hadid; letzter Zugriff 18.8.2020

³ https://www.dailyo.in/arts/zaha-hadid-artchitecture-public-spaces-pritzker-architectural-prize-design-calligraphy/story/1/9832.html/; letzter Zugriff 18.8.2020

4 Für Informationen über die Bedeutung von Malewitsch, das Thema der Abstraktion und des Architektons u.v.m. siehe:  https://player.vimeo.com/video/106495767  (Dieser BBC-Film wird präsentiert von Zaha Hadid.); letzter Zugriff 18.8.2020

 

 

Kommentar

Zaha Hadid Portrait
Courtesy of Zaha Hadid Architects // Photo by Brigitte Lacombe

 

Zur Website von ZAHA HADID ARCHITECTS

 

One Thousand Museum by Zaha Hadid surprises with a gracile exoskeleton

By Hadidian standards, it seems self-centered: the One Thousand Museum. The residential tower with luxury apartments stands next to the sea of Miami and is one of her last realized projects. The symmetrical exoskeleton façade combines technology with nearly calligraphic aesthetics. As never before in her work, Zaha Hadid allows architecture and construction to merge into one. Unfortunately she did not live to see the completion of the work premiere.

 

One Thousand Museum is located in Miami, where its builder died in 2016, suddenly and tragically, due to fatal bronchitis. Zaha Hadid was an Iraqi-English architect and Pulitzer Prize winner. She could not have known that One Thousand Museum would be one of her last accomplished projects. What she certainly knew was that it would be a pioneering work, a further step forward for her entire oeuvre, another debut after decades of work.

Let’s start with a few words about the project title: „One Thousand“ goes back to the house number – 1000 Biscayne Boulevard – and „Museum“ is a hint to the museum park of the city directly opposite. It is a 62-storey residential tower. Its east façade is exactly parallel to the coastline and offers a free view of Biscayne Bay and the Atlantic Ocean. The high-rise building has a height of just over 216 m and offers space for 83 apartments, including a penthouse. The upper floors contain an Aqua-Center, a lounge and event rooms. Above the lobby and the residents‘ parking lot, there are landscaped gardens, terraces and pools. In July 2020, the luxury object obtained its Certificate of Occupancy.

If one views luxury primarily as an expression of a lack of sympathy for standard or norm, it fits Zaha Hadid perfectly. She described herself as always eccentric1. At the AA School in London, where she had studied architecture in the 1970s, her revolutionary spirit made a breakthrough. One of her teachers, Ilias Zenghelis, said of her: „We called her the inventor of the 89 degrees. Nothing was ever at 90 degrees.“2 No wonder that later hardly anyone dared to carry out her projects. But Zaha Hadid finally made her big entrance on the campus of the Vitra Design Museum in Germany in 1993. Her pointy, slanted, sprawling fire station was considered a sensation. But then, the area in Weil am Rhein was large enough. It was an ideal background for an etude, a freestyle. The high-rise ensemble in Miami, in contrast, doesn’t find a „playground“ and the star from London has no stage.

Instead, One Thousand Museum presents itself in a group. It belongs to a total of five high-rise buildings that stand at the shores of Florida: shoulder to shoulder. The only special status: Zaha Hadid’s building is virtually the focal point. On the other hand, eccentrics naturally prefer to stand off-center. Another curiosity: Zaha Hadid seems to stay still. The building does not step out of line. It doesn’t even twist, as the architect did in 2006 when she designed the Signature Tower. And yet one would not blame One Thousand Museum for this. The neighbouring buildings are as close as if this were a row of terraced houses. No doubt, the typical Hadid expressiveness must find another way here, one with fewer dimensions. Consequently, everything is channelled within the building envelope: The urge for plasticity, the demand to reach out into space, is something that must be limited to the outer layer.

But this façade is by no means just a „superficial“ affair. For, in this design, the branched external structure is carrying out an important role. And, as we shall see, carrying it is, in the purest sense of the word. But first to its aesthetics, i.e. its shaping, division and proportions. Let us begin with the central node on the 34th level. This is virtually the navel of the whole building, if not of the entire block.  To the left and right of it, two butterfly-like fans spread out, thus setting the symmetrical basic tone of the design. Above this, the design runs out into a single area that is not further subdivided. (We will not go into further detail about the horizontal lines of the floors. They vary in density because the ceiling heights are not the same everywhere. The window bands, some of which are flat and some of which are folded, let the twig-like concrete structure breathe and stand out.) Only in its corner areas does the upper façade area receive an emphasis with the help of splittings that remind one of tweezers or a little bit of tuning forks. In the lower half, the corners are again as if they have been blown up, making room for spacious terraces. Back to the central intersection: This spot is placed so that it is just above the centre of the building’s height. Note that the visual impression is rather that this point seems to tend towards the ground. That lends the architecture something astonishingly sedate. In the very lowest levels, the façade even experiences a kind of compression. The „tendons“ are squeezed here. The resulting two openings are filled with gently curved lamellas and evoke the image of gills, claws, giant roots. This building is teeming with associations, especially organic ones. Last but not least, one could think of a climbing plant reaching for the sky. The palm trees outside the front door, with their hanging fronds, speak a similar language as the curved facade elements.

It would be worthwhile to place Hadid’s residential building next to Antoni Gaudí’s Casa Batlló and compare them. Gaudí, a great observer of nature, experimented with constructed models. He applied his findings to his often amorphous works. We will come to the actual person who was pathbreaking for Zaha Hadid later. But as far as technical explorations are concerned, her approach was similar to that of the Catalan architect. At least in this project. For the design decisions – where precisely the branchings take place, how narrow or how wide they have to be, how their shapes could look like – all this is based on static requirements.

In other words, Zaha Hadid wanted these façade elements to be more than just decoration. She rejected proposals from building contractors to produce the curved concrete elements conventionally. Instead, she chose an exoskeleton. With this design principle, she could locate the load-bearing columns outside the building structure. In this way, the usable area inside the building becomes maximized. The exoskeleton can support both gravitational and lateral loads, including the wind load of a hurricane. Its position on the outside of the building, its design with diagonals and their interfaces also ensure a high degree of overall rigidity. The benefit for One Thousand Museum is that the rows of columns, between the middle of the floor plan and the outer walls, almost vanish. What is more, the thickness of the central building core is reduced.

Regarding the building material: conventional in-situ concrete proved to be too expensive for the exoskeleton. Thus, Zaha Hadid, who loves the sculptural potential of concrete, took recourse to earlier projects. The Phaeno Science Center in Wolfsburg was built using innovative formwork principles (to cope with its geometrically complex areas). The Pierresvives Archive in Montpellier had provided an opportunity to refine precision precast parts. And the design for the Stone Towers business park in Cairo had taught her more about the permanent formwork solution and glass-fibre reinforced concrete (GFRC). This continuous work on innovative construction techniques has now culminated in the world’s first permanent GFRC formwork for the One Thousand Museum. GFRC is a type of concrete containing extremely strong glass fibres. Compared to steel and steel fibre reinforcements, glass fibre reinforcements have the advantage that they do not corrode. Therefore, the concrete cover becomes much thinner, resulting in slimmer components and lower material consumption. For One Thousand Museum about 4,800 GFRC pieces were manufactured in Dubai and then shipped to Miami. After assembling the formwork segments on site, the rebars were inserted. Self-compacting concrete was then poured into the formwork, and the exoskeleton was complete. What is special about this method is that, as it is a permanent formwork, its GFRC elements are not removed, but become part of the building structure.

Interim conclusion, Zaha Hadid has always seen the subject of materials and progressive technologies (which incidentally include digital drawing – and visualization techniques) as indispensable means for free forms. But she was also fascinated by mathematical questions. And these, for her, were closely tied to aesthetic issues.

Even before studying architecture at London’s AA School, Zaha Hadid had studied mathematics in Beirut . There she made a striking discovery: „I realised there was a connection with the logic of maths to architecture and the abstraction of Arabic Calligraphy scripts,“ she says in one of her last interviews3 and mentions a Russian avant-garde artist who had inspired her deeply: „I’m absolutely sure the Russians – Malevich, in particular – looked at those scripts. Studying his work allowed me to develop abstraction as a principle to explore and invent space.“ Her final thesis in London, Malevitch’s Tectonics of 1976/77, promptly resembles a painting based on a sculpture by the artist (Architect Alpha, 1920)4. In this last study project, there are still parallel and orthogonal lines (as in the cuboid composition by Malevich). But with time Zaha Hadid allowed the basic geometric forms to be broken up even further. And finally the fragmentary became the floating and flowing. The soft, curvy scripts of Arabic calligraphy resonate more and more in Zaha Hadid’s late work. In Miami, this culture-based aesthetic overlaps with today’s technology.

One Thousand Museum is Zaha Hadid’s first high-rise project in the USA. And it is one of the last of her projects she started during her lifetime. What is left of the explosive, expanding space-like visions with which the exceptional architect (woman, foreigner, Muslim) burst onto the stage of star architects? This is a valid question, because for Zaha Hadid this building is surprisingly quiet. Its outward appearance is rather reserved, almost modest – even though that sounds mocking in view of the real estate prices. (Apartment prices start at around 5 million USD; the highest ones exceed 20 million). Inside, too, this building contract did not give many opportunities for spatial experiments or an overall sculptural concept. Only here and there are „accents“ like the half vault of the Aquacentre. Its relief-like surface virtually reflects the ripples of water.

Even though the project is sort of given the surname “museum”: you look in vain for astonishing spatial adventures. One Thousand Museum does not join the gallery of Zaha Hadid’s architectural icons, such as the Vitra Fire Station, the Bergisel Ski Jump, or the museum MAXXI, but is a new stage in her constant professional efforts to exploit technology for sculptural purposes. Here, she investigated the possibility of realizing an expressive façade design that is not superimposed but arises from static-constructive principles.

With this tower design and its sculptural and supporting shell, its amazingly delicate exoskeleton, she has reached, or at least comes very close to achieving, an important goal: the fusion of structure and architecture. Her project at the foot of the Atlantic Ocean is a premiere at the unexpected end of a remarkable career, a further step towards new horizons.

After having deciphered the meaning of the project name in the opening, this piece will end with the name of Zaha Hadid. Z, the Latin first letter suited her. It has dynamics. The German word Zickzack might have amused her. Zorro also comes to mind. Yet, unlike the character in the novel, she was not an avenger, at least not for the poor. But she was an outrider, and that on a grand scale. Just as Zorro would leave his signature with the tip of his sword, she proclaimed with her emblematic buildings and especially so with One Thousand Museum: I was here.

TRANSLATION BY ÖZLEM ÖZDEMIR

 

 

1 https://www.theguardian.com/artanddesign/2003/feb/02/architecture.artsfeatures; last access date 20.8.2020

2 https://en.wikipedia.org/wiki/Zaha_Hadid; last access date 20.8.2020

3 https://www.dailyo.in/arts/zaha-hadid-artchitecture-public-spaces-pritzker-architectural-prize-design-calligraphy/story/1/9832.html; last access date 20.8.2020

4 For information on the significance of Malevich, the theme of abstraction and architecture, and much more, see https://player.vimeo.com/video/106495767 (This BBC film is presented by Zaha Hadid.); last access date 20.8.2020