Studio Capitanio
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MIT STAHL, STOFF UND STIMMUNG: QUAN SPHERE

Üroborus_studioLab hat eine ehemalige Fahrstuhl-Fabrik in Taipeh wiederbelebt – heute bietet sie einen stimmungsvollen Raum für einen Aufzugsshop und kulturelle Events und präsentiert dabei zwei markante Gesichter

14. Juli 2023 | Özlem Özdemir

 

E

s kommt vor, dass man auf ein hübsches Wohnhaus stößt, das sich Villa Frieda nennt oder auf überwältigende Konstruktionen, die so aussehen, wie sie heißen, siehe das Atomiom in Brüssel. Diese Beispiele sind bekannt und sie verblüffen kaum. Dass man aber ausgerechnet einer ehemaligen Fabrik für Fahrstuhl-Achsenteile einen Namen verleiht? Die taiwanischen Architekten von Üroborus_studioLab (ein nicht minder interessanter Name) taten genau das bei ihrem revitalisierten Projekt QUAN Sphere.

Worauf deutet aber dieser Name hin – vor allem sein erster Teil? Auch wenn ein Fahrstuhl in Sachen Übergänge ein Spezialist ist: Mit Quantensprüngen dürfte er wohl nicht dienen. Nein, der Name gründet in etwas viel Naheliegenderem. „QUAN“, so verrät der leitende Architekt Hao-Chun Hung, „ist ursprünglich der Name des Vaters unseres Kunden.“1

Dieser Vater sah vor drei Jahren die Zeit für die nächste Generation gekommen: So übernahm sein Sohn die Fabrik. Der aber hatte Neues damit vor. Gemeinsam mit Hao-Chun Hung entwickelte er eine Lösung für eine neue Geschäftsidee: Achsenteile waren passé, entstehen sollte ein Aufzug-Auswahlshop, der die Kunden mit maßgeschneiderten Aufzügen versorgt. Der Architekt plädierte außerdem für ein lokales Kunstzentrum für die Gemeinde. Diese funktionale Mischung lag ihm besonders am Herzen; er hatte den Standort besichtigt und beobachtet, wie die Besitzer der kleinen Fabriken ihr ganzes Leben lang dort arbeiten, wie sie ständig produzieren müssen, um Geld zu verdienen. Hao-Chun Hung sagt hierzu: „Sie wissen nicht, wie man in diesem Industriegebiet gut leben kann, also wollten wir das in diesen Ort bringen.“2

Sanchongdingkan, so heißt der Ort, ist das erste geplante Industriegebiet der Region und liegt an der Nordspitze der Insel Taiwan, unweit vom Zentrum der Hauptstadt Taipeh. Es stammt aus den 1960er-Jahren; einst eines der wichtigsten Industriezentren, ist es heute nur schwach beleuchtet und beherbergt Familienbetriebe mit rostigen Maschinen. Die Umgebung von QUAN gleicht einer eintönigen Reihenhaussiedlung. Alle Bauten haben nur zwei oder drei Stockwerke; typisch sind ihre kleinen Vordächer im untersten Geschoss und ihre flachen Giebeldächer. Sie alle bestehen aus grauem Beton und ähneln sich auch ansonsten in ihrer Architektur allzu sehr.

QUAN Sphere within its neighbourhood
QUAN Sphere  // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA

 

Dieser Anblick und das Ambiente dieses Areals, erinnert an „Bonjour Tristesse“ – die Worte, die einst Unbekannte an die trostlose Fassade eines neuen Wohnhauses in Berlin gesprüht hatten. (Entstanden war es im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 1984 und stammt ausgerechnet von Álvaro Siza, der in seinem Heimatland Portugal seine Bauten in durchgehendem Weiß erstrahlen lässt.) Das Grau der Fassaden von QUAN und Nachbarschaft erinnert an genau diesen äußerlich tristen Zustand. Wozu aber ein so weit hergeholter Vergleich? Der Punkt ist: Bei einem berühmten Berliner Beispiel eines sozialen Wohnungsbaus verwundert es nicht, wenn er wegen seiner nüchternen, wenig menschlich wirkenden Erscheinung kritisiert wird – das aber heißt nicht, dass ein Bauwerk mit industriellem Hintergrund keine Ansprüche stellen dürfte außer nur rein funktionale. Er darf.

Radikalität aber gehört nicht zu den Mitteln von Hao-Chun Hung. Er lässt den Vorgänger von QUAN nicht völlig aus der Reihe tanzen. Er lässt ihn nicht schrill werden und auch nicht aufhübschen. Vielmehr bewahrt er die Substanz und rührt nicht einmal an dem Grau seiner Fassaden. Er verdrängt nicht gänzlich den ursprünglichen Charakter des Vorgängers, der eine Stätte der Produktion war und nun zu einer Stätte der Präsentation und des Verkaufs wird. Was die Funktion betrifft, erweitert er sie nur. Doch da das Gebäude nun ferner auf Kultur und Publikum abzielt, muss es sich auch interessant machen. Die eigentliche Neuheit liegt also in seiner Ausstrahlung und Atmosphäre. Dafür verwendet der Architekt Mittel, Techniken und Materialien, die im Ort zu wurzeln scheinen und doch einen exotischen Effekt erzielen.

QUAN Sphere first plan
QUAN Sphere / First Floor // Courtesy of Üroborus_studioLab

 

Die erste Ebene der Erneuerung, die der Funktion, ist schlicht: Das 145 m2 große Erdgeschoss dient nun als ein Raum für die Ein- und Auslagerung der Ware. Die Seite mit der schmalen Straßenfront kann im Erdgeschoss nur mit einem Rollladen geschlossen werden. Wenn er hochgezogen ist, ergibt sich der Eindruck eines großen Tunneleingangs. Dahinter ist der Bereich fast völlig unversperrt und diese Offenheit ist sinnvoll für einen Versandbetrieb. Auf der Längsseite hat das Erdgeschoss nur eine Tür, die – wenn man von draußen hereinkommt – direkt zur Tür des Aufzugs führt. Der erste Stock beherbergt das Büro des Unternehmers und einen Empfangs- und Besprechungsbereich. Und im zweiten Stock kommt schließlich das Herzensanliegen des Architekten zum Zuge, das Leben der Menschen in der Umgebung zu bereichern: Diese oberste Zone ist, wie zur Krönung, gedacht für kulturelle und künstlerische Events, Lesungen und Ausstellungen. (Das Angebot wurde bereits angenommen: Kurz nach der Fertigstellung von QUAN im letzten Jahr präsentierten hier drei Künstler ihre Arbeiten – das Thema ihrer Werke war die Wiederverwendung von Industriematerialien zur Schaffung von Kunstwerken.)

QUAN Sphere Axonometrie
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab
The erection of the two facades of QUAN Sphere
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab

 

Die zweite Ebene der Erneuerung, die der Ausstrahlung und Atmosphäre, ist subtiler. Das betrifft nicht nur die Innenräume, sondern auch die Gebäudehülle. Wenn man auf QUAN zugeht, fällt auf, dass es ein Endgebäude mit zwei charakteristischen Seiten ist. Und diese Fassaden behandelt das Büro betont bis fast irritierend unterschiedlich.

Zehn Zentimeter vor der schmalen Seite ist eine Metallstruktur vorgelagert. Deren vertikale und horizontale Vierkantrohre sollen, laut Büro, an die Telefonmasten und Drähte der Umgebung erinnern. Die Struktur ist so gestaltet, dass sie vor der regellosen Fassade – die völlig sichtbar bleibt – ein System aus Linien und Rechtecken aufbaut. Darin eingepasst gibt es mehrere Rahmen aus 62 cm tiefen Edelstahlblechen, die den Fenstern Sonnenschutz bieten. Zugleich haben diese Rahmen eine ästhetische Funktion; sie zeichnen die Fenster nach und binden sie in ein übergeordnetes Schema ein. Das oberste langgestreckte Fenster und die vier Fenster im ersten Stock entkommen so ihrer Beliebigkeit; sie werden weder verändert, noch vertuscht, sondern dienen als Basis für ein neues Gestaltungskonzept. Außerdem verleiht die vorgelagerte Struktur der alten Fassade Charakter; sie erhält einen maschinell-industriellen Touch. Damit reflektiert sie aber nicht nur Telefondrähte und dergleichen, sondern erinnert auch an das ehemalige Fabrikthema des Gebäudes.

revitalized formerly lift factory in Taiwan and its surrounding
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA
renewed facade of a lift factory with steel sheets framing the old windows
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA

 

Die lange Seite von QUAN zeigt ein ganz anderes, gleichsam verschleiertes Gesicht à la Christo und Jeanne-Claude. Zehn Zentimeter abgesetzt von der bestehenden Fassade – die nur zwei kleine und ein großes Fenster, sowie den Haupteingang aufzuweisen hat – liegt wieder eine Struktur. Sie wirkt leichter als die andere, ist aus verzinktem Rohr und dient als Unterlage für das eigentliche neue Oberflächenmaterial: ein silbrig-netzartiges Tuch, das bei Blumenzucht, Teeplantagen und Landwirtschaft unter anderem zur Beschattung und Abdeckung verwendet wird. Bei QUAN steigt es auf zu einem dauerhaften Fassadenmaterial – sei es, um die dürftige Gestaltung dieser Gebäudeseite zu verbergen, sei es, um im Innern für eine introvertierte oder konzentrierte Stimmung zu sorgen. (Die Dichte des Gewebes übrigens ändert sich bei QUAN je nach Erfordernis; die Bandbreite beträgt 50 – 80%). Es ist mutig, wie die Architekten diesem Typ von Gebäude ein artfremdes, ein geheimnisvolles Attribut verpassen. Das Alte wird zu etwas Dahinterliegendem und Versteckten und lässt sich nur erahnen. Das flache Giebeldach verkommt zu einem bloßen Schemen, doch erst durch dieses Durchschimmern wird einem die Dachform erst richtig bewusst.

Long facade of a former lift factory with a screen made of a gauzy fabric
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA
canopy as part of a facade screen
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA

 

Ein Problem der langen Seite haben die Architekten besonders raffiniert gelöst: Wie und wo kann dieses leichte Rohrgerüst und die hauchfeine durchgehende Schicht nach unten hin enden? Immerhin liegt dort der Haupteingang. Sie entschieden sich für eine Geste, die ganz in der Natur des Stoffmaterials liegt. Dazu brauchten sie es nur am unteren Ende anzuheben – also im Bereich der Tür, für die man diese durchgehende Schicht ungern durchbrochen hätte. Das hat einen nützlichen Nebeneffekt: Wie von allein entsteht ein Vordach. Es wird nur von filigranen Stangen gehalten und ist groß genug ist, um Schutz für die darunterliegenden Parkplätze zu bieten. Im Endeffekt karikiert es die anderen Vordächer der Umgebung. Aber die Herleitung der Längsseite wäre auch andersherum denkbar: Vielleicht stand am Anfang gar nicht das schlichte Verdecken der Fassade, was schließlich zu diesem Vordach führte, sondern es war dieser ortsspezifische Typ von Vordach, der als Vorlage genommen und nach oben hin erweitert wurde und so erst der Effekt eines Vorhangs oder Schirms (mit unterem Knick) entstand.

Warum sind beide Seiten von QUAN so unterschiedlich – so sehr, dass der Fotograf es offensichtlich nicht wagte, eine Aufnahme von der Ecke aus zu machen? Warum tendiert die eine Seite zu einer industriellen Sprache und die andere zu einer künstlerischen, fast poetischen? Auffällig ist auch der Kontrast des Strukturellen der einen und des Texturhaften der anderen Seite. Der irritierende Gegensatz beiseite: Was beide eint, ist nicht nur das metallische, gräuliche Element; vor allem ist es die spielerische Haltung, mit denen die Architekten die Telefonkabel und Vordächer und nicht zuletzt das Zusammentreffen von Industrie und Kultur aufgreifen.

Auch die Innenräume erhalten eine neue Ausstrahlung und Stimmung. Das Licht ist hierbei ein wichtiger Akteur, unterstützt von den Oberflächen, denen die Architekten besondere Aufmerksamkeit schenkten. Diese vielen Mittel und ihre Einsatzstellen können nur beispielhaft aufgeführt werden.

first floor of a revitalised lift factory with grey conrete walls, a shining and reflecting floor and lamps and walls and ceiling
QUAN Sphere /  First Floor // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA

 

Im Erdgeschoss ist eines unübersehbar: der vorherrschende Eindruck von Grau, das gleichsam von der Straße und der Umgebung hereingelangt ist (ein Farbauftakt, der sich durch das gesamte Innere zieht). Die Wände sind aber wie absichtlich verwaschen und der Boden ist mit PU-Material so behandelt, dass er glänzt. Diese Behandlungen lassen die Innenflächen des Gebäudes lebendig erscheinen. Aber diese Lebendigkeit wird erst sichtbar durch die künstlichen Lichtquellen, die den praktisch fensterlosen Raum erhellen. Von ihnen gibt es zwei Sorten: Die T-BAR-Lampen an den Säulen (die die Architekten von der Decke der ehemaligen Fabrik übernahmen und in eine vertikale Position brachten) und die versetzt angeordneten Laminatlampen der neugestalteten Decke. Letztere durchlaufen das gesamte Erdgeschoss, was ihn (zumindest im leeren Zustand) luftig und weit macht. Die Lichtreflexionen lassen den PU-Boden (der auch in den oberen Etagen auftaucht) wie wässrig, poliert oder lackiert wirken und die Richtungsbetonung der Deckenleuchten sorgt für den Eindruck von Geschwindigkeit und Dynamik.

First floor of a former lift factory and a woman dancing on the shining floor
QUAN Sphere / First Floor // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA
steel stair and trapozoid wall cladding in a revitalzed lift factory
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA
stair detail of the architecture project QUAN
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA
Floor of a renewd lift factory with the transparent effect of the new facade textile screen which has modulating influence on the light in the interior
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA
Quan Sphere
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA

 

Und in den oberen Geschossen gehen die Vitalisierungsmaßnahmen noch weiter. Dort sind die Innenwände in Teilen mit silbern schimmernden Trapezblechen abgedeckt. (Auch sie sind ein Nachlass des Originalbaus.) Im zweiten Stock zeigt das silberne Netz der Fassade, was es kann: Es filtert das Licht der Morgensonne und wehrt damit nicht nur die Hitze der Außenluft ab, sondern moduliert auch die Stimmung. Des Weiteren ist es eine schmale Treppe zum ersten Geschoss, die zum modernen Flair des erneuerten Gebäudes beiträgt. Die Struktur ihres Geländers aus Stahl (drei vertikale Flachstähle pro Stufe) korrespondiert mit der vertikalen Struktur des Trapezblechs der Innenwände.

Die Liebe zum Detail und die Lust an der Wahrnehmung durchzieht das gesamte Gebäude. Schon beim Öffnen der Tür gibt es etwas zum Staunen und Fragen: Ihre quadratische Klinke lässt (über eine Glasabdeckung) „tief blicken“; sie hat einen rätselhaften Inhalt, der an Eisenspäne erinnert und es handelt sich tatsächlich um Abfälle aus der Produktion der Aufzugfabrik.

Revitalized lift factory with a door knob consisting of production waste
QUAN Sphere / door handle of the main entrance // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA
woman dancing in a almost dark floor of a revitalized lift factory
QUAN Sphere // Courtesy of Üroborus_studioLab // Photo © Yi-Hsien Lee and Associates YHLAA

 

Wie gesagt: Für einen Quantensprung soll „QUAN“ nicht stehen. Dafür bleibt das Projekt dem Prinzip der Lokalität zu sehr verhaftet. Die Architekten nutzen vielmehr das Gegebene als Rohstoff; sie veredeln und betonen es. Sie entdecken es und bereiten es so zu, dass es sich entdecken lässt. Das Vorhergehende und Alte bleibt ablesbar. Aus einem unscheinbaren Bauwerk in einer verbrauchten, überholten, freudlosen Industriesiedlung mit steifem Formenkanon erwächst eine individuelle, moderne, leicht-lockere, teils authentische, teils entfremdete, belebende Ästhetik, die nicht zuletzt eines erzeugt: Neugier. Das Wort „Quan“, so verrät der Architekt ferner, bedeutet auf Chinesisch Frühling (泉). Und das passt. Dieses Gebäude ist ganz QUAN. Es ist ganz Frühling. Sowohl der Baukörper als auch der Name kündet von Wechsel und Neuanfang. Man darf sich nur nicht von der Farblosigkeit täuschen lassen – auch nicht vom Halbdunklen oder Halbhellen im Innern, bei dem der Schriftsteller Tanizaki aufgemerkt hätte. Kurzum: Was hier passiert, ist erfrischend. ♦

 

 

¹ In einer E-Mail-Konversation zwischen Özlem Özdemir und Hao-Chun Hung im Juni 2023

² https://www.bloomberg.com/news/features/2023-03-04/an-elevator-maker-lifts-up-an-old-factory-in-taiwan; letzter Zugriff 14.7.2023 (Übers. v. d. A.)

 

 

 Portrait of the architect Hao-Chun Hung
Hao-Chun Hung // Courtesy of Üroborus_studioLab

 

 

With Steel, Soft Fabric and Spirit: QUAN Sphere

Üroborus_studioLab has revived a former lift factory in Taipei – today it offers an atmospheric space for a lift shop and cultural events presenting two distinctive faces

 

It can happen that you come across a pretty house called Villa Frida or overwhelming constructions that look like what they are called, see the Atomiom in Brussels. These examples are well known, and they are hardly surprising. But why give a name to a former factory for lift axle parts, of all things? The Taiwanese architects from Üroborus_studioLab (a no less interesting name) did just that with their revitalized project QUAN Sphere.

But what does this name indicate – especially its first part? Even if a lift is a transition specialist, it is unlikely to serve with quantum leaps. No, the name originates in something much more obvious. „QUAN,“ reveals lead architect Hao-Chun Hung, „is originally the name of our client’s father.“1 

Three years ago, this father saw the time had come for the next generation: So his son took over the factory, but he had new plans for it. Together with Hao-Chun Hung, he developed a solution for a new business idea: Axle parts were passé, instead the new aim was to create a lift selection shop that would supply customers with tailor-made lifts.The architect also advocated a local arts centre for the community. This functional mix was particularly close to his heart; he had visited the site and observed how the owners of the small factories worked there all their lives, how they had to produce constantly to make money. Hao-Chun Hung comments, „They don’t know how to live well in this industrial area, so we wanted to bring that to this place.“2

Sanchongdingkan, such is the name of the place, is the first planned industrial area in the region and is located on the northern tip of the island of Taiwan, not far from the centre of the capital Taipei. It dates back to the 1960s; once one of the most important industrial centres, it is now only dimly lit and hosts family-run businesses with rusty machinery. The surrounding area of QUAN resembles a monotonous row house settlement. All the buildings have only two or three stories; typically, they have small canopies on the lowest floor and flat gable roofs. They are all made of grey concrete and are otherwise all too similar in their architecture.

This sight and the ambience of this areal are reminiscent of „Bonjour Tristesse“ – the words once sprayed by unknown persons on the bleak facade of a new apartment building in Berlin. (It was created as part of the International Building Exhibition in 1984 and was designed by Álvaro Siza, of all people, who in his home country of Portugal makes his buildings gleam in continuous white). The grey of the facades of QUAN and the neighbourhood is a reminder of precisely this outwardly dreary state. Why such a far-fetched comparison? The point is: in the case of a famous Berlin example of social housing, it is not surprising to see it criticised for its sober, less-than-human appearance – but that does not mean that a building with an industrial background cannot make any demands other than purely functional ones. As a matter of fact, it can.

Radicalism, however, is not among Hao-Chun Hung’s tools. He doesn’t let QUAN’s predecessor go fully off the rails. He doesn’t let it become garish, and he does not prettify it. Rather, he preserves the substance and does not even touch the gray of its facades. He does not completely displace the original character of its predecessor, which was a place of production and now becomes a place of presentation and sale. In terms of function, he only extends it. But since the building is now further aimed at culture and the public, it must in addition make itself alluring. So the actual novelty lies in its aura and spirit. To do this, the architect uses means, techniques and materials that seem rooted locally yet achieve an attractivley exotic effect.

The first level of the renovation, that of function, is simple: The side with the narrow street front can be closed on the first floor only with a roller shutter. When raised, it gives the impression of a large tunnel entrance. Behind it, the area is almost unobstructed, and this openness makes sense for a shipping operation. To the long side, the first floor has only one door, which – when entering from the outside – leads directly to the door of the lift. On the the second floor is the contractor’s office and a reception and meeting area. On the third floor, the architect’s heartfelt desire to enrich the lives of people in the surrounding area comes to fruition: This top zone, as if to crown it all, is meant for cultural and artistic events, readings and exhibitions. (The offer has already been accepted: Shortly after QUAN was completed last year, three artists presented their work here – the theme of their works was the reuse of industrial materials to create works of art).

The second level of renewal, that of aura and spirit, is more subtle. That applies not only to the interiors but also to the building envelope. When you approach QUAN, it is noticeable that it is an end building with two characteristical sides. And the office treats these facades differently in a pronounced way – almost irritatingly so.

Ten centimetres in front of the short side is a metal structure. According to the office, their vertical and horizontal square tubes shall remind of the telephone poles and wires of the surroundings. The structure’s design builds up a system of lines and rectangles in front of the irregular facade – which remains completely visible. Fitted into this system, several frames made of 62 cm deep stainless steel sheets provide sun protection for the windows. At the same time, these frames have an aesthetic function; they trace the windows and tie them into a higher-level scheme. By this, the uppermost elongated window and the four windows on the second floor elude their arbitrariness; they are neither altered nor covered up but serve as the basis for a new design concept. In addition, the superimposed structure lends character to the old facade; it receives a machine-industrial touch. In this way, however, it not only reflects telephone wires and the like but also recalls the former factory theme of the building.

The long side of QUAN shows a very different, quasi-veiled face à la Christo and Jeanne-Claude. Ten centimetres away from the existing facade – which has only two small windows, one large window, and the main entrance – lies another structure. It appears lighter than the other, is made of galvanized pipe, and serves as a base for the actual new surface material: a silvery net-like cloth used in floriculture, tea plantations, and agriculture for shading and covering, among other purposes. At QUAN, it is rising up to become a durable facade material – whether to hide the sparse design of that side of the building or provide an introverted or focused mood inside. (The fabric’s density changes in QUAN depending on the requirements; the range is 50 – 80%). It is bold how the architects give this building type an alien, a mysterious attribute. The old becomes something behind, hidden, and one can only have an inkling of it. The flat gable roof degenerates into a mere silhouette, but it is by this shimmering through that one becomes aware of its shape.

There is one problem with the long side that the architects have solved in a particularly ingenious way: How and where can this light tubular framework and the gauzy continuous layer end downward? After all, that’s where the main entrance is. They opted for a gesture that lies entirely in the nature of the fabric material and merely lifted it at the bottom end – that is, in the zone of the the door, for which one would have been reluctant to break through this continuous layer. This has a beneficial side effect: as if by itself, it creates a canopy (held only by filigree poles) large enough to offer protection for the parking spaces below. In effect, it caricatures the other canopies in the area. But the derivation of the long side would also be conceivable the other way around: Perhaps it was not the simple concealment of the facade at the beginning that eventually led to this canopy. Rather, it probably was this site-specific type of canopy that served as a model and was extended upward, thus creating the effect of a curtain or screen (with a bend at the lower end).

Why are both sides of QUAN so different–- so much so that the photographer obviously didn’t venture to take a shot from the corner? Why does one side tend toward an industrial language and the other toward an artistic, almost poetic one? The contrast between the structural of one side and the textural of the other is also striking. Putting aside the irritating opposites, what unites the two is not only the metallic, greyish element; mainly, it is the playful attitude with which the architects take up the telephone cables and canopies and, not least, the meeting of industry and culture. 

Also the interiors gain a new look and feel. Light is an essential player here, supported by the surfaces to which the architects paid extra attention. These many means and their places of application can only be mentioned by way of example.

On the first floor, one thing is unmistakable: the predominant impression of grey that has come in, as it were, from the street and the surroundings (a colour prelude that runs through the entire interior). But the walls are washed out as if on purpose, and the floor is treated with PU material so that it shines. These treatments make the interior surfaces of the building look alive. But this liveliness only becomes visible through the artificial light sources illumining the practically windowless space. There are two kinds of them: the T-BAR lamps on the columns (which the architects took over from the ceiling of the former factory and placed in a vertical position) and the staggered laminate lamps of the redesigned ceiling. The latter run through the entire first floor, making it airy and spacious (at least when empty). The light reflections make the PU floor look watery, polished or lacquered, and the directional emphasis of the ceiling lights creates the impression of speed and dynamism.

And on the upper floors, the vitalisation measures go even further. Here, the interior walls are partly covered with trapezoidal sheets shimmering like silver. (They, too, are a legacy of the original building.) On the second floor, the silver mesh of the exterior facade shows what it is capable of: Filtering the morning sunlight, it not only wards off the heat of the outside air, but also modulates the mood. Furthermore, it is a narrow staircase to the first floor that contributes to the modern flair of the renovated building. The structure of its steel railing (three vertical flat bars per step) corresponds with the vertical structure of the trapezoidal sheet metal of the interior walls.

Attention to detail and a delight in perception permeate the entire building. As soon as you open the door, there is something to marvel at and question: its square handle lets you „look deep“ (via a glass cover); it has a mysterious content reminiscent of iron filings, and it is, in fact, waste from the lift factory’s production.

As already said, „Quan“ is not meant to stand for a quantum leap. The project remains too attached to the principle of locality for that. Instead, the architects use the given as raw material; they refine and emphasise it. They discover it and prepare it so that it can be discovered. The previous and the old remain legible. From an inconspicuous building in a used-up, outmoded, joyless industrial settlement with a stiff canon of forms, an individual, modern, easy-going, partly authentic, partly alienated, invigorating aesthetic emerges that generates not least one thing: curiosity. The word „Quan“, the architect also reveals, means spring (泉) in Chinese. And that fits the building perfectly. It is all QUAN. It is all spring. Both the building and the name herald change and new beginnings. Just don’t be fooled by the colourlessness – nor by the semi-darkness or semi-brightness inside, which would have made the writer Junichiro Tanizaki sit up and take notice. In short: what happens here is refreshing.

 

TRANSLATION BY ÖZLEM ÖZDEMIR

 

 

1 In an email conversation between Özlem Özdemir and Hao-Chun Hung in June 2023

2 https://www.bloomberg.com/news/features/2023-03-04/an-elevator-maker-lifts-up-an-old-factory-in-taiwan; last access date 14.7.2023 (Translated by the author)