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Sehenden Auges hören: Zimoun

Seine Utensilien sind schlichte Gegenstände wie Rundscheiben, Bälle, Kartons und kleine Motoren, seine Passion ist Geräusch und Klang. Jedes Werk von Zimoun ist ein einziges audiovisuelles Erlebnis und bringt Räume und Baukörper zum Ertönen.

25. Juni 2021 | ÖZLEM ÖZDEMIR

Sehenden Auges hören: Zimoun
Courtesy of Zimoun // Zimoun, Bern 2020

 

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imoun hat ein neugieriges Ohr – das ist nicht zu übersehen. Er hat ein Blick dafür, was man aus Gegenständen der Alltagswelt akustisch hervorlocken und wie man sie ästhetisch zubereiten kann. Klanginstallationen und Klangskulpturen nennt er seine Arbeiten. Meist gleichen sie naturfarbenen „Monokulturen“: Felder von papiernen Knäueln, metallenen Rundscheiben, hölzernen Stäben. Manchmal kommen sie im Team, wie etwa Kartons und Bälle. Drähte und Motoren sind seine typischen Helfer. Jede Objekt-Komposition bewegt sich vor sich hin, als würde sie das schon immer tun. Ihre geräuschvolle Ausstrahlung lockt aus der Ferne, überwältigt aus der Nähe. Zimouns Welt birgt Stationen für die Sinne und Orte zum Innehalten. .

Die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben einen dieser Orte à la Zimoun zu erleben, ist verhältnismäßig hoch. Seit 2004 war er Teil von mehr als 100 Gruppen- und Soloausstellungen, die sich von Europa über die USA bis nach Asien erstrecken. Zu erwischen ist er in Kürze (und mal wieder) im Berliner Labor Sonor vom 27. bis zum 29. August. Eine weitere Einzelausstellung gibt es bis zum 12. September im Züricher Haus Konstruktiv. Einige seiner Arbeiten befinden sich momentan auch in Seoul, Massachusetts, Apeldoorn, Bagnols-les-Bains, Ontario. Und: Bis 2023 sind Ausstellungen in London und Daveport in Iowa geplant. Solch internationale Präsenz und enorme Produktivität lassen aufhorchen.

Geboren 1977 in Bern, erforscht Zimoun seit seiner Kindheit Klänge, spielt Instrumente und schafft Kompositionen. Daneben packte ihn die visuelle Kunst wie Malerei, Cartoons und Fotografie. Als Jugendlicher stieß er auf die Gedankenwelt und das Werk von John Cage. Der Faszinationsmix für das Hören und Sehen führte zur Profession: Im Berner Studio Zimoun tüftelt und fabriziert er mit unscheinbaren Materialien und Technologien auf das sie etwas erzeugen, was mit Musik und Rhythmus nur entfernt verwandt ist und mit Klang und Geräusch allein nicht abgetan werden kann.

 

Sehenden Auges hören: Zimoun
all metal-discs-images: Courtesy of Zimoun // 1944 prepared dc-motors, mdf panels 72×72 cm, metal discs Ø 8 cm, 2020 / Motors, rope, wood, power supplies / Dimensions: variable / Installation view: Warehouse Jaeger-LeCoultre, Geneva, Switzerland // Photo © Zimoun

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all steel-washers-images: Courtesy of Zimoun // 663 prepared dc-motors, 3315m rope, steel washers ø 40mm, 2018 / Motors, rope, wood, metal, power supplies / Dimensions: variable / Installation view: Museum of Contemporary Art MoCA Busan, South Korea // Photo © Zimoun

Sehenden Auges hören: Zimoun

 

Was ist es, was Zimoun erschafft? Eine seiner neuesten Arbeiten der metal discs zeigte er 2020 in den Genfer Räumen des Uhrmachers Jaeger-LeCoultre: runde dünne Metallscheiben, die an Lochmünzen erinnern (1944 an der Zahl), gleichmäßig und eng beieinander platziert auf dunklen MFD-Platten, simultan in eine Dauerdrehung versetzt. Das kinetische Ensemble legt zunächst (passend zur Uhrmacher-Thematik) Bilder und Geräusche eines Uhrwerks nahe. Aber die Gedanken lassen sich noch weitertreiben. Wegen der Drehungen, Neigungen und Kippungen fangen die glänzenden Oberflächen der Metallscheiben an zu glitzern, erinnern an Kräuselungen von Wasser, an wippende Wellen. Zwei Jahre zuvor führte Zimoun diese runden Scheiben in Korea vor. Dort tanzten und hüpften steel washers (Stahlunterlegscheiben), befestigt an raumhohen Drähten, knapp über dem Boden des MoCA Busan. Sie erinnern an runtergefallene Groschen oder Cents, die mit Glück nicht wie leblos liegen bleiben, sondern noch eine Weile faszinieren wie davonwirbelnde Derwische und Kreisel. (Das Zeitalter der bargeldlosen Bezahlungen werden solche kleinen Einlagen ausmerzen.)

Beiden Scheiben-Projekten ist gemeinsam (und das gilt für alle Arbeiten von Zimoun): Wir können ihnen endlos zuschauen und zuhören, während der Beobachter und Lauscher in uns nach Vergleichen aus Alltag und Natur zu kramen beginnt. Ebenso drängen sich Beispiele aus der Kultur auf. So bei den „koreanischen Lochmünzen“: Ihre Klappergeräusche erinnern entfernt an die kleinen Metallplättchen unter den Schuhen von Fußakrobaten, sprich an Gene Kelly, Sammy Davis Junior und Fred Astair. Letzterer absolvierte seinen Stepptanz – dank Filmtricks – sogar an Wänden und auf der Zimmerdecke. Steppen macht den Boden hörbar, holt Akustik und Rhythmus aus ihm heraus. Dieser Tanz verwandelt Bühne und Parkett in ein Musikinstrument, ein Schlagzeug, einen unabdingbaren Partner.

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all cardboard-boxes-images: Courtesy of Zimoun // 658 prepared dc-motors, cotton balls, cardboard boxes 70x70x70cm / Zimoun 2017 / Motors, cardboard, cotton, metal, tape, wire, power supplies / Dimensions: variable / Installation view: Le Centquatre Paris, France // Photo © Zimoun

Sehenden Auges hören: Zimoun

 

Der Schritt von Böden und Oberflächen zu Raum und Architektur ist bei Zimoun nicht weit. Kartons sind hierfür eine fast kindlich-naheliegende Wahl; sie lassen sich stapeln und würfeln und – selbst ein Objekt mit Raum – in Türme, Gänge oder Höhlen transformieren. Im Pariser Kulturzentrum Cent Quatre baute er 2017 die Pappbehälter so auf, dass ein Relief entstand. Das Ergebnis macht die Schnittstelle von Architektur und Musik und Klang bildhaft vor: Die leicht versetzten Kartons ähneln Diffusoren, Bauelementen, die einfallende Schallwellen zerstreuen. Hätte die Wandstruktur mehr Tiefe, könnte sie einer schallisolierten Kammer Konkurrenz machen. Den derart gestalteten hohen Wänden bringt Zimoun, je Karton, einen weißen Baumwollball an. Er ist per Draht an einem kleinen DC-Motor befestigt. Die Apparatur ist sichtbar. Wir werden Zeugen, wie die Bälle pausenlos schwingend und pendelnd auf die Wände einwirken. Der Raum verblüfft mit Klopfmassage und Pochkonzert.

Im Jahr 2013 hatte Zimoun die Gelegenheit, sich an einem Bauwerk zu versuchen: einem ehemaligen Industriesilo für Methylbenzol (toluene tank). Die Akteure sind auch hier Baumwollbälle, allerdings in Schwarz. So  setzen sie sich ab von den blendend weißen Wänden des zylindrisch geformten Innenraums. Tropfengleich übersäen sie in lockeren Abständen die Wandoberfläche bis hinauf zur Kuppeldecke und trommeln ohne Unterlass auf der Konstruktion. Zimoun er-füllt den leeren Tank mit Klang. Er ergänzt ihn, erfindet ihn neu. Der Rundbau ist wie verziert mit einem rastlosen schwarzen Gehänge, einer dekorativen Dynamik; er hüllt sich ein in ein Klangkleid. Im Winter kommt es zum Dialog mit der Jahreszeit und der Außenwelt: laute schwarze Bällchen drinnen / lautlose weiße Schneeflöckchen draußen – eine wie natürliche Yin-Yang-Situation, die Zimoun filmisch festgehalten hat. Der endlose Lautewirbel inmitten von Architektur wirkt wie das Negativ eines unendlichen Sternenhimmels. Hört er sich nicht an wie das vibrierende Leuchten von Gestirnen im Firmament? Der Blick geht immer wieder nach oben zum Dach und man könnte meinen, es regnet Schall in den Raum hinein. Zimouns Arbeiten lassen die Fantasie flitzen. Sie haben synästhetisches Potenzial.

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all toluene-tank-images: Courtesy of Zimoun // 329 prepared dc-motors, cotton balls, toluene tank / Zimoun 2013 / DC-motors, cotton balls, filler wires, power supply, lighting system, bench foundation, toluene tank (1951) / Dimensions: ⦰ 9.4m x 12.8m height / ⦰ 30.8 x 42 ft / Permanent installation located in Dottikon, Switzerland // Photo © Zimoun

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Bei aller vielschichtigen Suggestivität: Typisch für Zimouns Werk ist seine Einfachheit. Er nutzt Industrieprodukte wie Pappkartons, Tüten aus Plastik und Papier, Dachlatten, Folien, Verpackungschips und Ventilatoren. Zu seinen mechanischen Elementen gehören Gleichstrommotoren, Drähte, Mikrofone und Lautsprecher. Alle zusammen versetzt er in ein geordnetes System, an dem selbst durch aufrüttelndste Bewegungen nicht gerüttelt werden kann. Jedes Werk reduziert sich auf ein Material oder ein Material-Duo und besteht gewöhnlich aus massenhaften uniformen Objekten, die orchestergleich zusammenwirken.

Gleichwohl, beim Minimalisten-Check fällt der Künstler durch. Zimoun setzt puristische Mittel und Materialien ein, um die Wahrnehmung an sich in den Mittelpunkt zu stellen und erfüllt damit sehr wohl ein Kriterium des Minimalismus. Und doch: Der assoziative, symbolische, geistige Mehrwert – der bei Minimal Art tabu ist – ist, wie wir sehen, bei ihm nicht völlig vermeidbar.

Genauso unvermeidbar ist, dass sich bei der Konfrontation mit seinen Werken der Vergleich mit anderen KünstlerInnen aufdrängt. Etwa Peter Fischli und David Weiss mit The Way Things Go von 1987. Doch bei Zimoun arbeiten die Motoren bescheiden, obgleich unverhüllt, im Hintergrund; er baut keine slapstickartigen Maschinerien oder physikalische Experimente. Versuchen wir es mit Rebecca Horns Der Schildkrötenseufzerbaum von 1994. Die Kupferrohre, Kupfertrichter und das Soundequipment könnten Zimouns Mitteln nahekommen. Doch erstens verzichtet er auf poetisch anmutende Titel (Zimoun haucht keine Wesen per Namen ein) und zweitens brauchen Rebecca Horns rekelnde Äste und Trichter die aktive Teilnahme des Publikums; man muss herantreten und den Seufzern zuhören. Die „Regungen“ in Zimouns Arbeiten zielen jedoch nicht auf „Emotionen“ ab –  nicht im seelischen Sinne. Wie wäre es mit Jean Tinguely: Wäre er ein passender Verwantschaftskandidat? Immerhin nannte er sich einen Künstler der Bewegung. Doch seine Räderwerk- Dschungel strotzten von vielfältigen Formen und Farben. Beim Blick auf Zimouns Altersklasse schließlich bietet sich Sarah Oppenheimer an; viele ihrer raumkommunizierenden Skulpturen, bevorzugt aus schwarz gefärbtem Stahl und Glas, rotieren. Aber: Oppenheimers Drehungen sind sacht und blühen auf in Stille.

Apropos Klasse: Der Berner Künstler interessiert sich kaum dafür, eingeordnet zu werden. Aber eine übergreifende Frage sei am Ende erlaubt: Ist Zimoun ein Ästhetiker? Im strengsten Sinne: Ja, denn im Wort Ästhetik steckt die Lehre der sinnlichen, körperlichen Wahrnehmung und Empfindung, das was die alten Griechen Aisthesis tauften. Zimoun geht es um akustische Phänomene, wie man sie im Zusammenspiel mit Objekten, Flächen und Räumen erlebt und genießt, wie man sie mit den Ohren vernimmt und wie der Schall den Leib vibrieren lässt. Aber trotz aller Klang-Obsession: die Augen gehören dabei nicht verschlossen. “What you hear is what you see”1, nennt Zimoun es. Und tatsächlich: Das Klimpern von Metallplättchen wird erst reizvoll mit dem Drehen und Zappeln und Hüpfen und das Knistern von Papiertüten wird erst richtig spannend mit dem Blähen und Bauschen und Wogen. Man sollte es eben öfter wagen: sehenden Auges hören.

 

¹ https://earroom.wordpress.com/2011/01/01/zimoun/; letzter Zugriff 22.6.2021 1

 

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Listening with eyes wide open: Zimoun

His utensils are humble objects such as round discs, balls, cardboard boxes and small motors; his passion is noise and sound. Each of Zimoun’s works is a single audiovisual experience and makes spaces and structures resonate.

 

Zimoun has an inquisitive ear – that cannot be overlooked. He has an eye for what can be acoustically elicited from objects in the everyday world and how they can be aesthetically prepared. He calls his works sound installations and sound sculptures. Mostly they resemble natural-coloured „monocultures“: Fields of wadded-up paper, metal round discs, wooden rods. Sometimes they come in teams, like cardboard boxes and balls. Wires and motors are his typical helpers. Each object composition moves along as if it has always been doing so. Their noisy aura lures from a distance, overwhelms up close. Zimoun’s world holds stations for the senses and places to pause.

The probability of experiencing one of these places à la Zimoun once in a lifetime is relatively high. Since 2004, he has been part of more than 100 group- and solo-exhibitions stretching from Europe to the USA and Asia. You can catch him soon (and once again) at Berlin’s Labor Sonor from 27 to 29 August. Another solo exhibition takes place at Zurich’s Haus Konstruktiv until 12 September. Some of his works are currently also in Seoul, Massachusetts, Apeldoorn, Bagnols-les-Bains, Ontario. And: exhibitions are planned in London and Davenport in Iowa until 2023. Such international presence and enormous productivity make one sit up and take notice.

Born in Bern in 1977, Zimoun has been exploring sounds, playing instruments and creating compositions since childhood. In addition, visual arts such as painting, cartoons and photography grabbed him. As a teenager, he came across the world of thought and the work of John Cage. The mix of fascination for hearing and seeing led to his profession: in the Bernese Studio Zimoun, he tinkers and fabricates with inconspicuous materials and technologies so that they produce something that is only distantly related to music and rhythm and cannot be dismissed with sound and noise alone.

What is it that Zimoun creates? In 2020, he showed one of his latest works of metal discs at the Geneva premises of the watchmaker Jaeger-LeCoultre: round thin discs reminiscent of holed coins (1944 in number), placed evenly and closely together on dark MFD plates, simultaneously set into continuous rotation. The kinetic ensemble initially suggests (in keeping with the watchmaker theme) images and sounds of a clockwork. But the thoughts can be taken even further. Because of the rotations, tilts and topples, the shiny surfaces of the metal discs begin to glitter, evoking ripples of water, bobbing waves. Two years earlier, Zimoun demonstrated these round discs in Korea. There, steel washers, attached to floor-to-ceiling wires, danced and jumped just above the floor of MoCA Busan. They are similar to dropped pennies or cents, which, with luck, do not remain inanimate but continue to fascinate for a while, like whirling dervishes and spinning tops. (The age of cashless payments will eradicate such small stunts).

What both disc projects have in common (and this applies to all of Zimoun’s works) is that we can watch and listen to them endlessly, while the observer and eavesdropper in us begins to rummage for comparisons from everyday life and nature. Likewise, examples from culture come to mind. This is the case with the „Korean hole coins“: Their rattling sounds are distantly reminiscent of the small metal plates under the shoes of foot acrobats, that is, Gene Kelly, Sammy Davis Junior and Fred Astair. The latter even did his tap dance – thanks to film tricks – on walls and ceilings. Stepping makes the floor audible, gets acoustics and rhythm out of it. This dance transforms stage and parquet into a musical instrument, a drum kit, an indispensable partner.

The move from floors and surfaces to space and architecture is not far with Zimoun. Cardboard boxes are an almost childlike choice for this; they can be stacked and cubed and – themselves an object with space – transformed into towers, tunnels or caves. In 2017, at the Paris cultural centre Cent Quatre, he set up the cardboard containers in such a way that a relief emerged. The result figuratively demonstrates the interface of architecture and music and sound: The slightly offset cardboard boxes resemble diffusers, building elements that disperse incoming sound waves. If the wall structure had more depth, it could compete with a soundproof chamber. Zimoun places one white cotton ball per box on the high walls designed in this way. It is attached by wire to a small DC motor. The apparatus is visible. We witness how the balls continuously swing and oscillate on the walls. This space amazes us with a knock massage and a throbbing concert.

In 2013, Zimoun had the opportunity to try his hand at a building: a former industrial silo for methylbenzene (toluene tank). The actors here are also cotton balls, but in black. This sets them apart from the dazzling white walls of the cylindrically shaped interior. Like drops, they litter the wall surface at loose intervals up to the dome ceiling, drumming ceaselessly on the construction. Zimoun fills the empty tank with sound. He completes it, reinvents it. The round building is as if adorned with a restless black hanging, a decorative dynamic; it wraps itself in a sound dress. In winter, there is a dialogue with the season and the outside world: noisy black balls inside / silent white snowflakes outside – a kind of natural yin-yang situation that Zimoun has captured on film. The endless swirl of sounds in the midst of architecture seems like the negative of an infinite starry sky. Doesn’t it sound like the vibrating glow of stars in the firmament? Your gaze keeps going up to the roof and you might think it’s raining sound into the room. Zimoun’s works let the fantasy flit. They have synaesthetic potential.

For all its multi-layered suggestiveness: typical of Zimoun’s work is its simplicity. He uses industrial products such as cardboard boxes, plastic and paper bags, roof battens, foils, packaging chips and fans. His mechanical elements include DC motors, wires, microphones and loudspeakers. All together, he puts them into an orderly system that cannot be shaken even by the most startling movements. Each work is reduced to one material or one material duo and usually consists of masses of uniform objects that work together like an orchestra.

Nevertheless, the artist fails the minimalist check. Zimoun uses purist means and materials to focus on perception itself and thus very much fulfils a criterion of minimalism. And yet: the associative, symbolic, intellectual added value – which is taboo in Minimal Art – is, as we see, not completely avoidable with him.

Similarly, it is unavoidable that when confronted with his works, comparisons with other artists impose themselves. For example, Peter Fischli and David Weiss with The Way Things Go from 1987. But in Zimoun’s work, the engines work modestly, albeit undisguised, in the background; he does not build slapstick machinery or physical experiments. And what about Rebecca Horn’s The Turtle Sighing Tree from 1994? The copper pipes, copper funnels and sound equipment could come close to Zimoun’s means. And yet, firstly, he refrains from poetic titles (Zimoun does not breathe in essence by name) and secondly, Rebecca Horn’s pandiculating branches and funnels need the active participation of the audience; one has to approach and listen to the sighs. The „stirrings“ in Zimoun’s works, however, are not aimed at „emotions“ – not in the psychological sense. How about Jean Tinguely: would he be a suitable candidate for kinship? After all, he called himself an artist of the movement. But his wheelwork jungles were bursting with diverse shapes and colours. Finally, looking at Zimoun’s age group, Sarah Oppenheimer springs to mind; many of her space-communicating sculptures, preferably made of black-coloured steel and glass, rotate. But: Oppenheimer’s rotations are gentle and flourish in silence.

Speaking of class: the Bernese artist is hardly interested in being put in a category. But one overarching question should finally be allowed: Is Zimoun an aesthetician? In the strictest sense: yes, because the word aesthetics contains the doctrine of sensual, physical perception and sensation, what the ancient Greeks called aisthesis. Zimoun is concerned with acoustic phenomena, how they are experienced and enjoyed in interaction with objects, surfaces and spaces, how they are heard with the ears and how accoustic noise makes the body vibrate. But despite all the obessions about sounds: the eyes do not have to be closed. „What you hear is what you see „1, Zimoun calls it. And indeed: the jingling of metal plates only becomes attractive with the twisting and fidgeting and bouncing, and the crackling of paper bags only becomes really exciting with the blowing and bulging and surging. You should dare to do it more often: listen with your eyes wide open.

 

TRANSLATION BY ÖZLEM ÖZDEMIR

 

 

1 https://earroom.wordpress.com/2011/01/01/zimoun/; last access date 4.5.2021